Rückenschmerzen – konservative vs. operative Behandlung

Nicht ohne Grund werden Rückenschmerzen oft als Volkskrankheit bezeichnet –
laut Statista leiden knapp 85 Prozent der deutschen Bevölkerung früher oder später
an entsprechenden Beschwerden. Aber Symptome, Ursachen und auch die
Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Viele Betroffene fragen sich etwa,
ob eine konservative oder eine operative Therapie die bessere Wahl ist.
Die kurze, aber unbefriedigende Antwort: Es kommt darauf an.
Die ausführliche Antwort? Finden Sie in diesem Beitrag!
Rückenschmerzen Illustration

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Konservativ vs. operativ – weshalb die Frage problematisch ist

Die Frage, ob eine konservative oder eine operative Behandlung von Rückenschmerzen sinnvoller ist, geht eigentlich von einer falschen Grundannahme aus. Denn sie suggeriert, Rückenschmerzen wären ein einheitliches Krankheitsbild und die beiden Therapieansätze würden genau das gleiche Problem lösen, nur eben auf unterschiedliche Weise. Die Wahrheit ist allerdings wesentlich komplexer. Rückenschmerzen können höchst unterschiedliche Ursachen haben, die auch jeweils verschiedene Symptome hervorrufen. Eine chronische Muskelverspannung aufgrund mangelnder Bewegung und schlechter Körperhaltung verursacht beispielsweise andere Schmerzen als ein Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose geht mit anderen Beschwerden einher als eine Skoliose.

Der erste Schritt: gründliche Diagnose

Diese Beispiele zeigen bereits, dass die Wahl der Behandlungsmethode in erster Linie davon abhängen sollte, wo genau das Problem liegt – wer möchte sich schon aufgrund einer Muskelverspannung gleich operieren lassen? Der erste Schritt ist daher in jedem Fall eine exakte Diagnosestellung.

Dazu führen wir zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Sind die Schmerzen plötzlich aufgetreten oder mit der Zeit immer schlimmer geworden? Sind sie lokal begrenzt oder strahlen sie aus in andere Körperbereiche? Gibt es Begleitsymptome wie beispielsweise ein Taubheits- oder Schwächegefühl?

Zusammen mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung können wir so bereits eine fundierte erste Einschätzung geben. Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung, eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) können gegebenenfalls weitere Informationen liefern und eine noch präzisere Diagnose ermöglichen.

Diagnose Rückenschmerzen

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Der zweite Schritt: Wahl der Behandlung

Wenn man weiß, wo das Problem liegt, kann man es angehen. Dabei ist es in den allermeisten Fällen sinnvoll, zunächst einen konservativen Therapieansatz zu wählen. Dies gilt insbesondere für die sogenannten unspezifischen Rückenschmerzen. Im Gegensatz zu den spezifischen Rückenschmerzen liegt hier keine einzelne, konkrete körperliche Ursache zugrunde (wie etwa ein Bandscheibenvorfall), sondern ein oft komplexes Zusammenspiel aus Bewegungsmangel, arbeits- oder stressbedingten Haltungsfehlern oder Überbelastung.

Dieser Art von Rückenschmerzen kann man mit Massagen, Physio- oder Bewegungstherapie und gezieltem Muskelaufbau in der Regel gut beikommen, notfalls kombiniert mit einer zeitlich begrenzten Gabe von Schmerzmitteln.

Aber auch bei spezifischen Rückenschmerzen sind konservative Verfahren wie die eben beschriebenen oft ausreichend. In vielen Fällen können auch Injektionen an der Wirbelsäule helfen, wie zum Beispiel die PRT, die Facettengelenksinjektion oder eine Injektion in den Spinalkanal. Auch können eine Denervierung der Nerven, die das Facettengelenk versorgen, die Schmerzen für mehrere Jahre erheblich lindern. Hierdurch können oft Operationen vermieden werden.  Bleibt der Behandlungserfolg allerdings aus oder sind besonders schwerwiegende Symptome wie Inkontinenz oder Lähmungserscheinungen im Spiel, kann eine Operation nötig werden. Da aber selbst ein minimalinvasiver chirurgischer Eingriff insbesondere im Wirbelsäulenbereich immer mit einem gewissen Risiko einhergeht, sollte diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen werden, sondern nach einer gründlichen Abwägung gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Konservative vs. operative Behandlung: Fazit

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Ob eine konservative oder eine operative Behandlung bei Rückenschmerzen sinnvoller ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich sollten jedoch in den meisten Fällen zunächst konservative Optionen ausgeschöpft werden, bevor eine Operation ins Auge gefasst wird. Die beiden Ansätze sollten also eher als einander ergänzende Methoden verstanden werden, die unterschiedliche Vor- und Nachteile und jeweils spezifische Anwendungsgebiete haben.

In unserer Praxis Prof. Utzschneider Ortho Concept in der Münchner Innenstadt steht Ihnen Dr. med. Tobias Riedel mit seiner fachlichen Expertise und seinem Erfahrungsschatz bei Rückenschmerzen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie ganz einfach online einen Termin!