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Achsabweichungen
O-Bein/X-Bein
Genu recurvatum

Kommt es zu Achsabweichungen (O-Bein/X-Bein, Genu recurvatum), muss primär vom Spezialisten, dem Kin­derorthopäden, geklärt werden, ob diese Achsabweichung, je nach Alter, krankhaft ist oder nicht. Am häufigsten sind Achsabweichungen im Bereich der Beine (O-Bein/X-Bein, überstreckbares Knie = Genu recurvatum), viel seltener kommt es zu Achsab­weichungen im Bereich der Arme (z.B. nach Ellbogenfraktur oder bei einer Exostosenerkrankung). Oft kann der Grund für ein O- oder X-Bein nicht gefunden werden, es kommen aber auch eine familiäre Häufung, Achsabweichungen nach Knochenbrüchen oder Störungen im Bereich der Wachstumsfugen in Frage. Zugrun­deliegende kinderorthopädische Erkrankungen (z.B. Morbus Blount) müssen ge­nauso wie Systemerkrankungen (Vitamin D-Mangel, Phosphatdiabetes, Hypophos­phatasie) bei einem kindlichen X- oder O-Bein ausgeschlossen werden. Achsabweichungen können die Beine langfristig überlasten und zu vorzeitigem Verschleiß, der Kniegelenksarthrose, führen. Ob eine rele­vante Achsabweichung im Sinne eines O-Beins/X-Beins vorliegt, muss durch die klinische Untersuchung eines erfah­renen Kinderorthopäden, ggf. ergänzt durch eine strahlenfreie, videooptische Beinachsvermessung und in manchen Fällen ein Röntgenbild, geklärt werden. Konser­vative Therapieversuche wie Physiotherapie, Einlagen, Schienen oder Orthesen führen in den meisten Fällen nicht zum Erfolg. Liegt ein relevantes X- oder O-Bein vor, kann das Bein nur durch eine operative Korrektur, eine Wachstumslenkung (Epiphyseodese) begradigt werden. Dieser minimalinvasive, kleine Eingriff kann nur durchgeführt werden, wenn noch ein ausrei­chendes Restwachstum gegeben ist. Da der Eingriff schonend ist, können die Kinder danach sofort wieder mobilisiert werden, eine Vollbelastung ist direkt nach der Operation möglich. Nach Abschluss der Wundheilung hat der Patient keine Ein­schränkung in der Lebensqualität oder Sportfähigkeit zu erwarten. Allerdings sind alle drei Monate klinische Kontrollen nötig, da die Korrektur der Fehlstellung erst im Verlauf erfolgt. Sind die Beine begradigt, muss das vorher eingebrachte kleine Im­plantat wieder entfernt werden, da sonst eine Überkorrektur droht. Die Prognose nach einer solchen OP ist insgesamt sehr gut. Es tritt keine einseitige Gelenkbelastung mehr auf, Folge­schäden wie Arthrose oder Probleme an benachbarten Gelenken in der Zukunft werden vermieden.

Die Kinderorthopädin, Prof. Utzschneider, ist auf Achsabweichungen spezialisiert und bespricht die Situation Ihres Kindes individuell mit Ihnen.