| Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in Deutschland. Zahlen zeigen, dass fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens irgendwann davon betroffen ist. Doch für viele Menschen bleibt es nicht bei kurzfristigen Beschwerden: Die Schmerzen kehren immer wieder zurück und werden zu einem chronischen Problem. Rückenschmerzen lassen sich daher durchaus als echte Volkskrankheit bezeichnen – mit starken Auswirkungen auf die Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden der Betroffenen. Doch wie entstehen Rückenschmerzen überhaupt und wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll? Welche Therapien helfen? Alle wichtigen Informationen finden Sie in diesem Beitrag. |
|
Für die Entstehung von Rückenschmerzen gibt es einen einfachen Grund: unsere moderne Lebensweise. Denn langes Sitzen, Bewegungsmangel, einseitige Belastungen und Stress fördern die Entstehung von Beschwerden der Wirbelsäule. Auch im Alter steigt das Risiko für degenerative Veränderungen der Wirbelsäule.
Grundsätzlich wird in zwei unterschiedliche Arten von Rückenschmerzen unterschieden:
Akute Rückenschmerzen sind zwar sehr unangenehm, aber meist langfristig harmlos. Chronische Rückenschmerzen können hingegen zu einem eigenständigen Krankheitsbild werden. Eine frühzeitige und gezielte Diagnostik ist bei länger anhaltenden Rückenschmerzen daher entscheidend, um eine Chronifizierung zu vermeiden.
Rückenschmerzen sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom für verschiedene Ursachen. Hierbei wird in spezifische und unspezifische Rückenschmerzen unterschieden. Spezifische Rückenschmerzen haben eine direkte Ursache. Am häufigsten sind ein Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose, Arthrose der Wirbelsäule, Skoliose, entzündliche Erkrankungen oder Osteoporose. Diese wirken teilweise auch über den Rücken hinaus, etwa mit ausstrahlenden Schmerzen ins Bein oder Taubheitsgefühlen.
Unspezifische Rückenschmerzen sind deutlich häufiger und machen gut 80 bis 90 Prozent aus. Dabei sind die Ursache für die Rückenschmerzen oft Muskelverspannungen, Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Überlastungen oder stressbedingte muskuläre Dysbalancen. Diese funktionellen Störungen sind besonders kompliziert zu behandeln, und eine genaue und frühzeitige Diagnostik ist entscheidend.
Der erste Schritt zur Behandlung von Rückenschmerzen in unserer Praxis ist immer ein ärztliches Gespräch. Dabei klären Dr. med. Riedel und Prof. Dr. med. Utzschneider zunächst wichtige Punkte mit dem Patienten ab. Dazu gehören unter anderem:
Es ist wichtig, genau auf die Warnsignale des Körpers zu hören. Lähmungserscheinungen, Kontrollverlust über Blase oder Darm, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust sowie starke nächtliche Schmerzen sollten schnellstmöglich abgeklärt werden, um langfristige gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Im Anschluss folgt eine genaue körperliche Untersuchung mit Funktions- und Bewegungstests sowie einer neurologischen Prüfung.
Nicht jeder Rückenschmerz erfordert sofort eine MRT. Bildgebung kann jedoch gezielt eingesetzt werden, wenn Hinweise auf strukturelle Veränderungen bestehen oder Warnsignale auftreten.
Zum Einsatz können unter anderem kommen:
Je nach Ursache, Dauer und Schwere der Beschwerden sind verschiedene Therapiearten möglich. In den meisten Fällen kann eine konservative Therapie gute Ergebnisse erzielen.
Bei akuten und vielen chronischen Beschwerden wird zunächst nicht-operativ behandelt. Bewährt haben sich unter anderem:
Wichtig ist dabei, den Körper aktiv zu fordern. Denn häufig ist Bewegungsmangel eine Ursache oder befördert die Beschwerden zumindest. Dabei kann ein individuell abgestimmtes Trainingsprogramm die Wirbelsäule stabilisieren, die Rückenschmerzen reduzieren und das Risiko erneuter Beschwerden lindern.
Wenn konservative Methoden nicht ausreichen, können Injektionen oder bildgesteuerte Therapien sinnvoll sein. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Außerdem können sie mit konservativen Methoden kombiniert werden.
Eine Operation ist bei Rückenschmerzen nur in einem kleinen Teil der Fälle wirklich notwendig. Sie kommt insbesondere in Betracht bei:
Das Ziel bei einem operativen Eingriff ist es, die Nerven zu entlasten, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion wiederherzustellen. Die genaue Umsetzung ist von vielen Faktoren abhängig, die Entscheidung erfolgt stets individuell nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
Manchmal bleiben die Schmerzen auch nach einer erfolgreichen Behandlung noch monatelang bestehen. Dies liegt am sogenannten „Schmerzgedächtnis“, welches den Schmerz trotz der Ursachenbehandlung weiter aufrechterhält. In solchen Fällen ist ein multimodaler Ansatz sinnvoll, der medizinische Behandlung mit Physiotherapie, psychologischer Behandlung, Bewegungstherapie und Schmerzschulungen kombiniert. Das Ziel ist dabei nicht nur die Schmerzreduktion, sondern auch die Wiederherstellung der Belastbarkeit und Lebensqualität des Patienten.
Die beste Möglichkeit, sich gegen Rückenschmerzen zu schützen, ist regelmäßige Bewegung. Auch die Kräftigung der Rumpfmuskulatur durch gezieltes Training, die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und die Vermeidung langer Sitzphasen in einer unnatürlichen Haltung sind sehr sinnvoll. Da der Rücken bei manchen Menschen auch ein sehr stressanfälliges Körperteil ist, kann zudem Stressreduktion unterstützen, etwa in Form von Meditation und Achtsamkeitsübungen. Schon kleine Veränderungen im Alltag können so langfristig eine große Wirkung zeigen.
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland, vor allem verursacht durch unsere Lebensweise. Sie sind jedoch sehr gut behandelbar, wenn eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt und eine passende Therapie eingeleitet wird. Gerne sind wir in unserer Praxis bei Prof. Utzschneider Ortho Concept für Sie da und verhindern, dass Ihre Rückenschmerzen zu einer chronischen Belastung werden.