Bandscheiben bestehen aus einem äußeren, festen Faserring und einem weichen, gelartigen Kern. Sie liegen wie ein Polster zwischen den einzelnen Wirbeln und fangen die teils enormen Kräfte auf, die auf die Wirbelsäule einwirken. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch der Wassergehalt in den Bandscheiben, der Faserring verliert an Elastizität und kann einreißen. Tritt ein Teil des Kerns durch einen solchen Riss nach außen, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (auch Bandscheiben- oder Diskushernie sowie Bandscheiben- oder Diskusprolaps genannt). Drückt das ausgetretene Gewebe auf einen Nerv, entstehen die typischen ausstrahlenden Schmerzen. Betroffen sind in etwa ⅔ der Fälle die Lendenwirbel-, in etwa ⅓ die Halswirbelbandscheiben.
QUELLE: KI-generiert (Gemini)
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Wie bereits erwähnt bleibt ein Diskusprolaps oft symptomfrei und wird eher zufällig als Nebenbefund diagnostiziert. Wenn allerdings Beschwerden auftreten, sollten Sie auf die folgenden Anzeichen achten:
Treten Gefühlsstörungen an der Oberschenkelinnenseite und Gesäßbereich und/oder ein Kontrollverlust über Blase und/oder Darm auf, ist Eile geboten: Diese Symptome deuten auf das sogenannte Cauda-equina-Syndrom hin. Dabei handelt es sich um eine Quetschung der Nerven, die zu den betroffenen Regionen verlaufen. Dies erfordert zeitnah eine operative Intervention. Auch bei einer Lähmung sollte rasch eine entsprechende Therapie eingeleitet werden, ggf. auch operativ, da sonst ggf. die Lähmung nicht mehr verschwindet. Suchen Sie deswegen in solchen Fällen rasch einen Arzt auf oder gehen Sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen kann ein Bandscheibenvorfall ohne Operation erfolgreich behandelt werden. Grundlage einer jeden Therapie ist eine sorgfältige Diagnostik. Den Anfang machen ein ausführliches Gespräch sowie eine sorgfältige körperliche und neurologische Untersuchung. Zur Sicherung der Diagnose kommt meist eine MRT zum Einsatz, welche die Bandscheiben, Nerven und Weichteile am besten darstellen kann.
Auf dieser Basis wird ein individuell abgestimmter Therapieplan entwickelt, meist eine Kombination aus zeitlich begrenzter Schmerzmedikation (bei Bedarf auch Injektionen an die Nervenwurzel) und vorsichtiger Physiotherapie. Ergänzend wirkt oft gut eine Akupunktur mit Elektrotherapie und Tapen. Innerhalb von sechs bis acht Wochen können so etwa 70 bis 90 Prozent der Bandscheibenvorfälle ohne Operation erfolgreich behandelt werden.
Bleibt der Erfolg der konservativen Therapie aus, kann das vorgefallene Gewebe mit einem mikrochirurgischen oder endoskopischen Eingriff operativ entfernt und der Nerv so entlastet werden.
Vollständig und zuverlässig verhindern lässt sich ein Bandscheibenvorfall leider nicht – manche Risikofaktoren wie genetische Veranlagung liegen außerhalb der eigenen Kontrolle, und die Schwächung des Faserrings ist eine normale Alterserscheinung. Regelmäßige Bewegung, die richtige Technik beim Heben schwerer Gewichte und ein ergonomischer Alltag senken jedoch das Risiko. Letztlich klingt ein Bandscheibenvorfall zwar bedrohlich und ist natürlich schmerzhaft, lässt sich jedoch in den meisten Fällen auch ohne Operation gut in den Griff bekommen.
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