Chronische Rückenschmerzen – es muss nicht immer gleich operiert werden

Wer unter chronischen Rückenschmerzen leidet, sehnt sich früher oder später meist nur noch ein Ende der Beschwerden herbei. Eine Operation erscheint vielen dann als schnelle, vermeintlich einfache Lösung. Doch ein chirurgischer Eingriff ist immer risikobehaftet – insbesondere an der Wirbelsäule – und auch kein Allheilmittel, mit dem sich sämtliche chronische Rückenbeschwerden in Wohlgefallen auflösen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Therapien stattdessen zur Verfügung stehen und in welchen Fällen sie erfolgversprechend sind – und wann eine Operation wirklich sinnvoll ist.

Ab wann spricht man eigentlich von chronischen Rückenschmerzen?

Akute Rückenschmerzen kennen fast alle: Wie schnell hat man sich verhoben oder in der Nacht falsch gelegen! Diese Beschwerden sind zwar unangenehm, legen sich in der Regel aber innerhalb weniger Tage wieder von allein.

Wenn die Probleme allerdings nach drei Monaten immer noch anhalten, spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Die Intensität der Schmerzen schwankt dabei oft sehr – Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich ab mit solchen, in denen es scheinbar besser wird. Das verschafft zwischendurch Linderung, zermürbt aber auf Dauer und kann auch die Psyche belasten.

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Erst verstehen, dann (be-)handeln – die richtige Diagnose

Wie wir in diesem Beitrag bereits erläutert haben, sind Rückenschmerzen kein einheitliches Krankheitsbild. Ursache, Ausprägung, Intensität und Lokation unterscheiden sich teilweise erheblich. Gerade bei chronischen Beschwerden kommen oft verschiedene körperliche, berufsbedingte und psychische Faktoren zusammen. Um dieses komplexe Zusammenspiel zu erkennen und zu verstehen, braucht es eine sorgfältige und gründliche Diagnostik:

  • Anamnese: Die umfassende Erfassung Ihrer Krankengeschichte ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung in der Diagnostik. Seit wann und wo genau treten die Beschwerden auf? Gibt es spezifische Auslöser wie eine bestimmte Bewegung oder treten die Schmerzen vor allem im Ruhezustand auf? Haben Sie weitere Beschwerden wie Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl? Diese und weitere zielgerichtete Fragen sind der essenzielle erste Schritt auf dem Weg zu einer präzisen Diagnose.
  • Körperliche Befunderhebung: Ergänzt wird die Anamnese durch eine manuelle körperliche Untersuchung. Dabei wird unter anderem die Haltung inspiziert und der Rücken abgetastet, aber auch die Beweglichkeit und neurologische Funktionen überprüft.
  • Technische Diagnostik: Sofern nötig, kommen zusätzlich technische Diagnoseverfahren wie Röntgen-, MRT- und CT-Untersuchungen oder die moderne 4D-Wirbelsäulenvermessung zum Einsatz. Bei Verdacht auf beispielsweise Entzündungen oder rheumatische Erkrankungen kann auch eine Laboruntersuchung Klarheit schaffen.

Vor dem Griff zum Skalpell: konservative Therapie bei chronischen Rückenschmerzen

Um die gute Nachricht vorwegzunehmen: In den meisten Fällen lassen sich chronische Rückenleiden auch ohne Operation gut in den Griff bekommen. Dazu steht eine Vielzahl an konservativen Methoden und Verfahren zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise:

  • Akupunktur: Dieses klassische alternative Heilverfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann insbesondere bei chronischen Muskelverspannungen und -verkrampfungen Abhilfe schaffen.
  • Chirotherapie: Gezielte Handgriffe können Blockaden lösen und Bewegungsstörungen beheben und auf diese Weise sowohl Schmerzen lindern als auch die Beweglichkeit wiederherstellen.
  • Physikalische Medizin: Physikalische Reize wie Wärme, Kälte, elektrischer Strom oder Ultraschallwellen können in bestimmten Fällen ebenfalls zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen angewendet werden.
  • Wirbelsäuleninfiltration: Bei starken Beschwerden können im Rahmen einer Schmerztherapie schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente direkt in die betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule injiziert werden.
  • Denervierung: Insbesondere bei arthrosebedingten Leiden kann eine gezielte Verödung der Nerven im geschädigten Bereich nachhaltig Linderung verschaffen.
  • Osteoporosebehandlung: Da Knochenschwund in der Wirbelsäule häufig auch Rückenschmerzen auslöst, ist eine konsequente, zielführende Behandlung von Osteoporose gerade bei älteren Menschen oft Teil eines durchdachten Behandlungskonzepts.

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen eine OP sinnvoll oder sogar notwendig sein kann. Das ist vor allem bei schweren neurologischen Ausfällen wie Lähmungen der Fall oder wenn die konservative Behandlung über einen längeren Zeitraum keine spürbare Verbesserung gebracht hat.

Die Entscheidung, welcher Therapieansatz wann der richtige ist, setzt – ebenso wie die praktische Umsetzung – nicht nur fachliche Expertise, sondern auch jahrelange Berufserfahrung voraus.  Mit Dr. med. Tobias Riedel steht Ihnen bei Prof. Utzschneider Ortho Concept in der Münchner Innenstadt eine Koryphäe auf dem Gebiet mit Rat und Tat zur Seite. Vereinbaren Sie gerne gleich einen Beratungstermin!