Osteoporose ist eine tückische Krankheit. Der Knochenschwund erfolgt schleichend, verursacht zunächst keine Schmerzen und bleibt daher meist lange Zeit unbemerkt – bis ein Knochen bricht. Geschieht dies in der Wirbelsäule, halten insbesondere ältere Betroffene den plötzlichen Schmerz meist für eine Folge von altersbedingtem Verschleiß. Wer die Unterschiede kennt, kann den Zusammenhang zwischen Osteoporose und Rückenschmerzen früher erkennen, gezielt abklären lassen und so die richtige Therapie finden.
Knochensubstanz ist ein lebendes Gewebe und erneuert sich ein Leben lang: Sogenannte Osteoklasten bauen altes Material ab, Osteoblasten bilden neue Substanz. Bei Osteoporose gerät dieses dynamische Gleichgewicht aus dem Lot und der Abbau erfolgt schneller als der Aufbau. In der Folge verliert der Knochen an Masse, seine innere Struktur wird porös und bricht leichter.
Das Hormon Östrogen bremst die abbauenden Zellen. Weil der Östrogenspiegel nach den Wechseljahren sinkt, erkranken Frauen deutlich häufiger an Osteoporose. Insgesamt erhielten laut Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) im Jahr 2023 rund 2,15 Millionen Menschen ab 35 in Deutschland die Diagnose Osteoporose.

QUELLE: KI-generiert (Gemini)
Die Wirbelsäule muss tagein, tagaus das Gewicht des Oberkörpers tragen. Ist der Knochen infolge von Osteoporose geschwächt, kann ein Wirbel schon bei alltäglichen Belastungen einbrechen – auch ohne Sturz. Eine solche Wirbelkörperfraktur kann akute, aber auch chronische Rückenschmerzen auslösen. Brechen mit der Zeit mehrere Wirbel ein, hat das auch Auswirkungen auf die Körperhaltung: Der Rücken wird runder, die Körpergröße nimmt ab. Dadurch muss die Rückenmuskulatur härter arbeiten, um die Haltung auszugleichen – Verspannungen und zusätzliche Schmerzen können die Folge sein.
Rückenschmerzen durch Verschleiß entstehen meist kontinuierlich über Monate oder Jahre hinweg. Sie kommen und gehen, sind morgens oft mit Steifheit verbunden und bessern sich nach Bewegung. Bricht dagegen ein Wirbelkörper osteoporosebedingt ein, setzt der Schmerz schlagartig ein – häufig nach einer scheinbar harmlosen Bewegung wie dem Anheben einer Kiste Wasser. Die Symptome lassen sich klar lokalisieren und verstärken sich bei Erschütterungen.
Nicht jeder neue Rückenschmerz muss gleich auf einen Wirbelbruch zurückzuführen sein. Der Verdacht liegt aber näher, wenn bestimmte Risikofaktoren zusammenkommen:
Wenn Sie neue Schmerzen im Rücken spüren und mindestens einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, ist eine gezielte Untersuchung auf Osteoporose sinnvoll.
Wie bei allen Rückenbeschwerden beginnt die Diagnostik mit einem ausführlichen Anamnesegespräch und einer körperlichen Untersuchung. Bei Verdacht auf Osteoporose interessiert Prof. Dr. med. Sandra Utzschneider und Dr. med. Tobias Riedel vor allem, ob Sie schon einmal einen Knochenbruch hatten, welche Medikamente Sie einnehmen und ob es Fälle in Ihrer Familie gibt.
Ein Röntgenbild der Wirbelsäule klärt dann, ob tatsächlich ein Wirbelkörper eingebrochen ist. Ein MRT kann wichtige, versteckte Wirbelbrüche, die auf dem Röntgenbild nicht erkennbar sind, entdecken. Eine zuverlässige Osteoporosediagnose lässt sich nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch nur mit der Knochendichtemessung (DXA) stellen. Für die Messung erhalten Sie eine Überweisung an eine spezialisierte Einrichtung, den Befund ordnen wir anschließend gemeinsam mit Ihnen ein. Eine Blutuntersuchung zeigt außerdem, ob eine andere Erkrankung den Knochenabbau auslöst (sekundäre Osteoporose) und gibt Hinweise auf einen Vitamin-D-Mangel.
Stabile Wirbelbrüche heilen in vielen Fällen ohne Operation. Daher verfolgt die Behandlung zunächst die beiden folgenden Ziele: akute Schmerzen lindern und weiteren Brüchen vorbeugen. In der Akutphase unterstützen Schmerzmittel und weitere Maßnahmen, damit Sie in Bewegung bleiben. Langfristig kommen je nach Befund infrage:
Bleiben die Schmerzen trotz Medikamenten sehr stark, kann der Wirbelkörper durch die gezielte Injektion mit Knochenzement gestützt werden. Instabile Brüche, die das Rückenmark gefährden, erfordern hingegen eine operative Stabilisierung. Weil solche Eingriffe in seltenen Fällen auch ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen können, braucht es eine sorgfältige Abwägung. Operationen führen wir in unserer Praxis nicht selbst durch. Ist ein Eingriff angezeigt, beraten wir Sie aber selbstverständlich zu Ihren Möglichkeiten und überweisen Sie an eine spezialisierte Klinik.
Welche konservativen Therapieverfahren unsere Praxis anbietet, lesen Sie auf unserer Leistungsseite. Halten die Beschwerden über Monate an, finden Sie in unserem Beitrag zu chronischen Rückenschmerzen und Alternativen zur Operation weitere Informationen.

Osteoporose und Rückenschmerzen hängen enger zusammen, als viele denken. Wer neue Beschwerden im Rücken früh abklären lässt, schafft die Grundlage für eine passende Behandlung. Prof. Dr. med. Sandra Utzschneider und Dr. med. Tobias Riedel stehen Ihnen bei PROF. UTZSCHNEIDER ORTHO CONCEPT in der Münchner Innenstadt gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie am besten direkt einen Beratungstermin!